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Zum Inhalt:
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In den Kamera-Werkstätten Niedersedlitz bei Dresden wurde seit 1939 die Praktiflex hergestellt, die erste einäugige Spiegelreflexkamera mit einem Rückkehrspiegel. Es entstanden verschiedene Modelle mit einer Stückzahl von über 50 000 Kameras. Die Praktiflex wurde bewusst für den Amateurbedarf in guter Qualität zu einem günstigen Preis gefertigt. Heute sind diese Kameras gesuchte und meist teure Sammelstücke. |
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Ab 1948 wurde der bisherige Praktiflex-Objektivanschluss M40x1 durch einen M42x1-Anschluss ersetzt. Das war die Geburtsstunde des späteren “Praktica-Gewindes”. Die Auflagemaße der beiden Objektivanschlüsse sind entgegen der verbreiteten Meinung nicht identisch. Während das M40x1-Gewinde ein Auflagemaß von 44,0mm besitzt, beträgt es beim Anschluss M42x1 45,5mm. |
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Im Jahre 1949 wurde dann ein überarbeitetes Nachfolgemodell, die erste Praktica, vorgestellt. Die Praktica besaß einen Schlitzverschluss mit einem Zeitenbereich von 1/2s bis 1/500s und B, einen fest eingebauten Lichtschacht und den genannten Objektivanschluss M42x1. Konstruiert wurde die neue Kamera von Siegfried Böhm. Während bereits ab 1951 ein spezieller Blitzlichtanschluss am Kameraboden vorhanden war, erfüllte die Praktica ab 1952 den Wunsch nach einer generellen Blitzsynchronisation für Blitzlampen (F) und Elektronenblitzgeräte (X) über frontseitige Buchsen. Bis 1952 wurden 4 verschiedene Varianten mit über 60 000 Stück hergestellt |
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Die Praktica FX
löste 1952 die bisherige Praktica ab. Die Namensgebung der Kamera sollte Bezug nehmen auf die nunmehr grundsätzlich vorhandene Blitzsynchronisation. Man verwendete für frühe Kameras (Seriennummern um 80 000) allerdings die zum damaligen Zeitpunkt bereits nicht mehr übliche Synchronisationsbezeichnung MX. Die
Praktica MX wurde deshalb relativ schnell mit dem international passenderen Namen Praktica FX versehen. Oft wird die Praktica MX als eine Exportvariante der FX angesehen, dies ist nicht richtig. |
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Pentaflex SL |
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Die neue Pentacon Loading (PL) genannte Filmeinlegeautomatik war ausschlaggebend für die Namensgebung der
Praktica PL nova I von 1967. Eine Praktica super TL war eine verbesserte Variante mit TTL-Innenlichtmessung. Ein völlig neuer Weg wurde mit der Praktica electronic
(nur 3 400 Stück) beschritten, der weltweit ersten Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit elektrisch gesteuerten Belichtungszeiten von 30s - 1/500s. |
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Praktica PL electronic |
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Querschnitt einer Praktica electronic mit Pancolar 1,8/50 |
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Eine weit verbreitete Meinung zur Baureihe Praktica L geht fälschlicherweise von der Verwendung von Metall-Deckkappen und Bodenplatten für diese Kamerabaureihe aus. Hier wurde aber eine hochwertige Verchromung der Kunststoffteile angewandt. Der Kunststoffrohling wird dabei zunächst mit einer Kupferbeschichtung versehen und erst im Anschluss daran verchromt. Durch diese beiden dünnen Metallschichten fühlt sich die entstandene Gehäusekappe „kühl metallisch“ und insgesamt deutlich stabiler als die ursprünglichen Rohlinge oder die vergleichbaren schwarzen Kappen der L-Reihe an. Diese haptische Wahrnehmung erklärt auch die häufige Erwähnung der angeblichen Metall-Gehäuseteile. Die einzelnen Schritte bis zur verchromten Praktica-Deckkappe sind in den Abbildungen erkennbar. |
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verchromte Kunststoffdeckkappe |
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Werksseitig waren bestimmte Abarten der einzelnen Modelle vorgesehen. Richard Hummel gibt in seinem Werk “Spiegelreflexkameras aus Dresden” nahezu für alle Modelle bestimmte Varianten an. In der Praxis stellt sich diese Aussage als fraglich dar. Folgende Varianten sind derzeit tatsächlich nachweisbar:
Grundsätzlich in schwarz geliefert wurden EE 2 und EE 3. Grundsätzlich mit Vorlaufwerk ausgerüstet waren LLC, PLC…, VLC..., EE…, DTL..., MTL 5B, MTL 50. Dagegen gab es die TL, super TL… nicht mit werksseitig verbautem Vorlaufwerk, eine Service-Nachrüstung war aber generell in der L-Reihe möglich. Bitte hierzu auch die Hinweise in den folgenden Tabellen beachten. |
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Die Praktica LLC, das Spitzenmodell der 1. Generation der Praktica L-Reihe ab 1969, war die weltweit erste Kleinbild-SLR mit elektrischer Übertragung des Blendenwertes und TTL-Messung bei Offenblende. |
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Praktica LLC (chrom), weltweit erstmals elektrische Übertragung des Blendenwertes und TTL-Messung bei Offenblende |
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Die 2. Generation der L-Baureihe wurde ab 1975 gefertigt, darunter die EE 2 mit Zeitautomatik (1977), bei der alle Zeiten elektronisch gesteuert wurden. |
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Ab 1978 lief die Produktion der 3. Generation der Praktica L. Neue Modelle wurden nicht vorgestellt, die bisherigen Modelle erhielten lediglich kleine Verbesserungen. |
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Praktica MTL 3 (Version ohne Vorlaufwerk) |
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Praktica EE 3 mit Zeitautomatik, elektronisch gesteuerten Zeiten und elektrischer Übertragung des Blendenwertes und TTL-Messung bei Offenblende |
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4. und erfolgreichste Auflage der L-Baureihe mit 1,8 Mio. Stück. In dieser Generation kam es ebenfalls nur zu Detailänderungen der bestehenden Modelle. Insgesamt entstanden 4,8 Mio. Praktica-L-Kameras, darunter zahlreiche Export- und Handelskettenmodelle mit geänderten Bezeichungen. |
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Praktica super TL 500 |
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Praktica MTL 5 B mit Flektogon 2,8/20 (späte Version mit Zeitenknopf und Auslöser für Vorlaufwerk aus schwarzem Kunststoff) |
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Praktica DTL 5 #234983 mit Tessar 2,8/50 - ein Vorserienmodell der Praktica MTL 50, das mit dieser Bezeichnung nicht in Serie gebaut wurde |
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Praktica MTL 50 mit Pentacon auto 1,8/50; |
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Hier noch einmal eine Kurzübersicht aller Modellgruppen der Praktica-L-Reihe. |
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Praktica B200-Schaukasten |
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Praktica B100 Elektronik-Platine |
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Praktica-BC1-Spardose der Beroflex AG - Durch das westdeutsche Vertriebsunternehmen für Praktica-Kameras, die Berliner Beroflex AG, wurde eine aus Keramik nachgebildete Praktica BC 1 in den 1980er Jahren als Spardose angeboten. |
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Praktica BX 20 mit Pentacon Prakticar 1,8/50 und Praktica-Winder |
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Praktica BX 20 Zentrag; Eine Kleinserie der BX 20 wurde 1989 mit einer zusätzlichen Blitzbuchse ausgerüstet. Auftraggeber war die VOB Zentrag, die direkt dem Zentralkomitee der SED unterstand und deren Druckereien, Zeitungsverlage und Vertriebsorgane umfasste. |
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Praktica BX 20 S in der grünen Ausführung |
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Täterlichtbildkameras für den Erkennungsdienst Praktica BX ED H (Halbformat) und Praktica BX ED V (Vollformat), hier die Versionen mit Vorlaufwerk |
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Täterlichtbildkameras für den Erkennungsdienst Praktica BX ED H (Halbformat) und Praktica BX ED V (Vollformat), hier die Versionen ohne Vorlaufwerk |
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Praktica BX 20 S (letzte Serie 06/2001) |
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Die Produktionseinstellung der BX20S im Jahr 2001 bedeutet das vorläufige Ende der Dresdner Spiegelreflexproduktion. Mit den Profi-Scannerkameras wird zumindest der Name Praktica weiterleben. |
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Ausgewählte PhotoDeal-Artikel mit Bezug zur Dresdner Fotoindustrie wurden hier zusammengestellt. |
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Ein Gesamtinhaltsverzeichnis aller PhotoDeal-Ausgaben mit Stichworten für eine Volltextsuche finden Sie hier. |
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