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Pentacon super - das Spitzenmodell Logo

Die Pentacon super - das Profi-Spitzenmodell aus Dresden

Die Kamera:
Von Anfang an war die Pentacon super als Systemkamera für den Profi konzipiert. Sie ging 1968 bis an die Grenze des technisch Machbaren zum Preis von 2200 bis 3000 Mark der DDR. Diese Kamera war im Januar 1969 die erste Dresdner Spiegelreflexkamera die in einem Sojus-Raumschiff die Erde umkreiste und unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit eingesetzt wurde.

Familienfoto Pentacon super (C) Rene Schulze, Wüstenbrand
Preisschilder auf dem Karton der Pentacon super

Die Konstruktionsverantwortung lag bei Horst Strehle. Mit wechselbaren Suchereinsätzen wie Lichtschacht oder TTL-Prismeneinsatz konnte die Kamera an jede fotografische Situation angepasst werden. In das Sucherbild des TTL-Prismeneinsatzes wurden Blende und Belichtungszeit eingespiegelt. Ein unter dem Prisma angeordneter Strahlenteiler führt aus dem Strahlengang das Licht, welches zum Bildaufbau beiträgt, an einen Flächenfotowiderstand. Diese TTL-Messung ist an die Einstellung der Filmempfindlichkeit, Blende und Belichtungszeit gekoppelt. Bei der Messung muss der Messwerkzeiger des CdS-Belichtungsmessers mit einer Einstellmarke zur Deckung gebracht werden, um die korrekte Belichtung zu gewährleisten. Die Belichtungsmessung der Pentacon super erfolgt bei offener Blende. Der am Objektiv eingestellte Blendenwert wird dazu über einen zusätzlichen Objektivstößel an die Messeinheit der Kamera übertragen.
Eine auswechselbare Fesnellinse mit Messkeilen und Mikrorasterring erleichtert das Fokussieren.
Der vertikal ablaufende Schlitzverschluss der Pentacon super besteht aus der ungewöhnlichen Kombination eines Tuchvorhangs mit einem Metallvorhang. Er umfasst einen Zeitenbereich von 1/2000s bis 10s. Das Langzeitenwerk von 2s bis 10s kann als Vorlaufwerk (Selbstauslöser) mit einer Vorlaufzeit von 10s für die Belichtungszeiten von 1/2000s bis 6s verwendet werden. Die kürzeste Synchronzeit für Elektronenblitze (X) beträgt 1/125s. Ein neben dem Objektivanschluss eingebauter Synchronschalter ermöglicht aber auch die Verwendung von Blitzlampen (F und FP). Ein Rückschwingspiegel rundet die Ausstattung der Pentacon super ab.

Pentacon-Holzmodell des Praktina-N-Gehäuses (Prototyp der Pentacon super)

Pentacon-Holzmodell des Praktina-N-Gehäuses (Prototyp der Pentacon super)

Pentacon super #5017 mit TTL-Prisma und Carl Zeiss Jena Pancolar 1,4/55 Pentacon super #5017 mit TTL-Prisma

Pentacon super #5017 mit TTL-Prisma
und Carl Zeiss Jena Pancolar 1,4/55

Pentacon super #5017 mit TTL-Prisma

wechselbare Bildfeldlinsen an der Anschlussstelle für Wechselsucher Schlitzverschluss der Pentacon super, eine Kombination aus Tuchvorhang und Metallvorhang

wechselbare Bildfeldlinsen an der Anschlussstelle für Wechselsucher

Schlitzverschluss der Pentacon super, eine Kombination aus Tuchvorhang und Metallvorhang

TTL-Prismeneinsatz der Pentacon super #5017 TTL-Prismeneinsatz der Pentacon super #5017

TTL-Prismeneinsatz der Pentacon super #5017

TTL-Prismeneinsatz der Pentacon super #5017

Lichtschacht der Pentacon super
Lichtschacht der Pentacon super

Lichtschacht der Pentacon super

Lichtschacht der Pentacon super

Originalkarton zum Lichtschacht

Originalkarton zum Lichtschacht

Die Optiken:
Die Pentacon super verfügt über einen Objektivanschluss M42x1, der zusätzlich zur Blendenvollautomatik auch die mechanische Übertragung des eingestellten Blendenwertes ermöglicht. Wechselobjektive mit Brennweiten von 20 mm bis 300 mm werden für diese spezielle Offenblendenmessung mit zusätzlichem Automatikstift angeboten. Weiterhin sind natürlich auch alle anderen Wechseloptiken mit M42x1-Anschluss an der Pentacon super verwendbar. Für die Verwendung der Pentacon-super-Objektive an anderen M42x1-Kameras lässt sich der Automatikstift in den Objektivkörper versenken.

Folgende Objektive wurden laut Pentacon-super-Prospekt (Ag 22/064/67) mit zusätzlichem Automatikstift bzw. zusätzlicher Übertragung für die Offenblendenmessung angeboten:

  • Zeiss Flektogon 4/20 mm (nachweisbar)
  • Zeiss Flektogon 2,8/35 mm (nachweisbar)
  • Zeiss Pancolar 1,8/50 mm (nachweisbar)
  • Zeiss Tessar 2,8/50 mm (nachweisbar)
  • Zeiss Pancolar 1,4/55 mm (nachweisbar)
  • Zeiss Pancolar 1,4/75 mm (nachweisbar)
  • Zeiss Biometar 2,8/80 mm (derzeit nicht nachweisbar)
  • Zeiss Sonnar 3,5/135 mm (nachweisbar)
  • Zeiss Sonnar 2,8/180 mm (nachweisbar, über Adapter Pentacon-six auf Pentacon-super für Offenblendenmessung nutzbar)
  • Zeiss Sonnar 4/300 mm (nachweisbar, über Adapter Pentacon-six auf Pentacon-super für Offenblendenmessung nutzbar)

Es ist unklar, ob alle im genannten Prospekt aufgeführten Objektive wirklich mit dem Automatikstift produziert worden sind (siehe Anmerkung “nachweisbar”).
Ausgeliefert wurde die Kamera in der Regel mit dem Carl Zeiss Jena Pancolar 1,4/55 mm. Eine Besonderheit dieses Objektivs ist die Verwendung thoriumhaltiger Gläser mit der daraus resultierenden leicht radioaktiven Strahlung. Diese ist jedoch so gering, dass weder die Gesundheit gefährdet, noch der Film in der Kamera belichtet wird. Ähnliche Gläser wurden auch im bekannten 1,4/50-mm-Takumar der japanischen Firma Pentax verwendet.
Das Objektiv Carl Zeiss Jena Pancolar 1,8/50 mm wurde nur in sehr geringen Stückzahlen mit Automatikstift ausgestattet.
Unten abgebildet sind verschiedene Optiken mit Pentacon-super-Anschluss.

M42x1-Objektivanschluss der Pentacon super
M42x1-Objektivanschluss und Pancolar 1,4/55

M42x1-Objektivanschluss und Pancolar 1,4/55

M42x1-Objektivanschluss der Pentacon super

Pancolar 1,8/50 mit Automatikstift für Pentacon super Pancolar 1,8/50 mit Automatikstift für Pentacon super

Pancolar 1,8/50 mit Automatikstift für Pentacon super

Pancolar 1,8/50 mit Automatikstift für Pentacon super

Pancolar 1,8/50; hier zum Vergleich die “normale” M42-Version ohne Automatikstift

Pancolar 1,8/50; hier zum Vergleich die “normale” M42-Version ohne Automatikstift

Tessar 2,8/50 mit Automatikstift für Pentacon super Tessar 2,8/50 mit Automatikstift für Pentacon super

Tessar 2,8/50 mit Automatikstift für Pentacon super

Tessar 2,8/50 mit Automatikstift für Pentacon super

Carl Zeiss Jena Flektogon 4/20 mm mit Pentacon-super-Anschluss Carl Zeiss Jena Flektogon 4/20 mm mit Pentacon-super-Anschluss

Carl Zeiss Jena Flektogon 4/20 mm mit Pentacon-super-Anschluss

Carl Zeiss Jena Flektogon 4/20 mm mit Pentacon-super-Anschluss,
der Automatikstift für die Offenblendenmessung ist hier gut zu erkennen

czj_flektogon_35_pent_super_10_rs czj_flektogon_35_pent_super_09_rs

Carl Zeiss Jena Flektogon 2,8/35 mm mit Pentacon-super-Anschluss

Carl Zeiss Jena Flektogon 2,8/35 mm mit Pentacon-super-Anschluss

Carl Zeiss Jena Pancolar 1,4/75 mm mit Pentacon-super-Anschluss Carl Zeiss Jena Pancolar 1,4/75 mm mit Pentacon-super-Anschluss
Carl Zeiss Jena Pancolar 1,4/75 mm mit Pentacon-super-Anschluss

Carl Zeiss Jena Pancolar 1,4/75 mm mit Pentacon-super-Anschluss

Carl Zeiss Jena Sonnar 3,5/135 mm mit Pentacon-super-Anschluss Carl Zeiss Jena Sonnar 3,5/135 mm mit Pentacon-super-Anschluss

Carl Zeiss Jena Sonnar 3,5/135 mm mit Pentacon-super-Anschluss

Carl Zeiss Jena Sonnar 3,5/135 mm mit Pentacon-super-Anschluss

Carl Zeiss Jena Sonnar 2,8/180 (links) und Sonnar 4/300 (Mitte) mit Pentacon-six-Anschluss (mit Zusatzstößel) sowie Sonnar 2,8/180 (rechts) mit Adapter Pentacon six auf Pentacon super

Carl Zeiss Jena Sonnar 2,8/180 (links) und Sonnar 4/300 (Mitte) mit Pentacon-six-Anschluss (mit Zusatzstößel) sowie Sonnar 2,8/180 (rechts) mit Adapter Pentacon six auf Pentacon super

Das Zubehör:
Neben dem üblichen Standardzubehör wie Stößelzwischenringen, Balgengerät, Spezialbildfeldlinsen, Winkelsucher, Einstellfernrohr, Augenmuschel und Mikrozwischenstück gibt es einige Zubehörgeräte, die die Pentacon super als Systemkamera kennzeichnen. Dazu gehören eine 17m-Rückwand für 450 Aufnahmen, ein elektrischer Motoraufzug mit elektromagnetischer Fernauslösung und gleichzeitiger Filmtransportanzeige am Fernauslöser. Am Kameraboden sind dafür ein zusätzlicher Bodenauslöser für die elektromagnetische Steuerung und der Kupplungsanschluss für den Elektromotor vorhanden. Auch Praktica-Zubehör kann an der Pentacon super verwendet werden.

Pentacon super mit TTL-Prisma und 17-m-Kassette, davor Lichtschachtsucher und E-Motor Pentacon super - Anschluss für Elektromotor, Rückspulauslöseknopf und Bodenauslöser am Kameraboden

Pentacon super mit TTL-Prisma und 17-m-Kassette, davor Lichtschachtsucher und E-Motor

Pentacon super - Anschluss für Elektromotor, Rückspulauslöseknopf und Bodenauslöser am Kameraboden

Die Produktionszahlen:
Bedingt durch die Ausrichtung auf den Profi-Sektor mit hochwertiger technischer Ausstattung und die entsprechend hohen Preise von 2200 bis 3000 Mark der DDR war die Nachfrage schnell abgeklungen und es konnten nur wenig mehr als 4500 Kameras verkauft werden. Das führte schließlich 1972 zur Einstellung der Produktion der Pentacon super.

Technische Daten der Pentacon super
 

Kameratyp

echte einäugige Spiegelreflexkamera (SLR)

Bauzeit

1968-1972

Aufnahmeformat

Kleinbild 24x36mm (bis zu 450 Aufnahmen mit 17m-Kassette)

Gehäuse

Metallgehäuse

Objektivanschluss

M42x1

Objektive

Normalobjektive:
Zeiss Jena Pancolar 1:1,4/55mm
Zeiss Jena Pancolar 1:1,8/50mm
Wechselobjektive:
20mm bis 1000mm oder 20mm bis 300mm mit Automatikstift zur Offenblendenmessung;
Blendenvollautomatik

Verschlusszeiten

vertikal ablaufender Schlitzverschluss 1/2000s bis 10s mit Langzeitenwerk, B

Sucher

Wechselsucher:
TTL-Prismeneinsatz (leider noch ohne Brückenschaltung), Lichtschachtsucher

Belichtungsmessung

TTL-Innenmessung, gekuppelt mit Belichtungszeit, Filmempfindlichkeits- und Blendeneinstellung;
Offenblendenmessung

Blitztechnik

Synchronschalter X, F, FP;
1/125s kürzeste Synchronzeit für Elektronenblitze

Filmtransport

Schnellspannhebel oder Elektromotor auch mit Fernauslöser

Besonderheiten

Rückschwingspiegel, Anschlussmöglichkeit für 17m-Kassette und Elektromotor

Masse

1100g (mit TTL-Prisma und Standardobjektiv)

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