![]() |
|||||||
|
Herzlicher Dank gilt Peter Beck (Düsseldorf), Heinz Schrauf (Solingen) und Peter Szadkowski (Rostock) für die Unterstützung mit Text und Bildmaterial. |
|||||||
|
Zum Inhalt: |
|||||||
|
In den späten 1930-er Jahren begann man bei der Zeiss Ikon AG Dresden mit Planungen zum Bau einer einäugigen Spiegelreflexkamera, um den Erfolgen der bisher unterschätzten Konkurrenten Kine-Exakta und später auch Praktiflex eine eigene Kamera entgegensetzen zu können. Ausgestattet mit vertikalem Metall-Schlitzverschluss, Außenbajonettanschluss der Contax II und geneigt eingebautem Pentaprisma, liefen die ersten Versuche unter dem vorläufigen Namen Syntax. Am 1.9.1941 konnte eine Patentanmeldung vorgenommen werden, aber die Arbeiten wurden während der Kriegsjahre stark behindert. Bei den Bombenangriffen auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 kam es zur Zerstörung der Konstruktions- und Fertigungsräume und mit Ihnen zur Vernichtung fast aller Unterlagen. |
|||||||
|
|
||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
|||
|
Contax S #31982 mit Biotar 1:2 f=58mm; schon mit genormter Blitzbuchse auf Deckkappe |
|||
![]() |
![]() |
||
|
|
![]() |
|||
|
Contax S Ausführung D #1892 mit Tessar 1:2,8/50; mit Blindabdeckung an Stelle des Vorlaufwerkes |
|||
![]() |
|||
![]() |
|||
|
|
|
Mit der Contax D
entstand die zweite Baureihe der Kamera ab 1952. Die Blitzbuchse befand sich bei allen Contax-D-Modellen auf der Kameradeckkappe und die Verschlusszeitensteuerung war grundlegend überarbeitet worden. Ab Mitte 1956 wurden die kleinen Filmtransportknöpfe durch Knöpfe größeren Durchmessers ersetzt und das Bildzählwerk sowie die Filmsortenscheibe geändert. Da die Marke Contax durch die Zeiss Ikon AG Stuttgart beansprucht wurde, mussten Exportmodelle eine andere Bezeichnung erhalten. Obwohl der kürzere, prägnantere und vielleicht bessere Name
“Pentax” bereits ein geschütztes Dresdner Markenzeichen war, wurde er für diese Kamera nicht verwendet und später sogar an die japanische Asahi Optical verkauft. Stattdessen wurde aus den Bezeichnungen Penta
prisma und Contax ein Kunstwort “Pentacon”
gebildet. Damit konnten die für den DDR- und osteuropäischen Markt produzierten Kameras weiterhin als Contax und die (West-)Exportkameras offenbar ab 1953 mit der Bezeichnung Pentacon
geliefert werden. Die frühen Pentacon-Kameras trugen im gravierten Ernemannturm die Zusatzgravur “ZI”=Zeiss Ikon. Diese Modelle werden von Sammlern oft als Pentacon ZI bezeichnet. Bei späteren Kameras entfiel das “ZI” der Turmgravur.
|
|||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
||||
|
Zeiss Ikon-Spezialhalterung für Vakublitze an Contax- oder Pentacon-Kameras |
||||
|
Mit einem ungekuppelten Belichtungsmesser kam die Contax E / Pentacon E ab 1956 mit etwa 3.400 Exemplaren auf den Markt. Nur wenige der zuletzt gefertigten Kameras waren bereits mit den großen Filmtransportknöpfen ausgestattet. |
||||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
|
|
|
Die Contax F / Pentacon F (ab Ende 1956) war das letzte Modell der Spiegelcontax-Reihe, das entgegen anders lautender Darstellungen aber nicht im VEB Kamera-Werke Niedersedlitz, sondern logischerweise weiter im VEB Zeiss Ikon in Dresden-Striesen hergestellt wurde (vgl. auch Jehmlich, Gerhard: Der VEB Pentacon Dresden. Sandstein Verlag Dresden 2009, S. 63ff.). Erstmals in der Contax- / Pentacon-Reihe wurde eine Bildfeldlinse unterhalb des Prismas eingebaut. Nachdem bereits die Praktica FX 2 der Kamera-Werke Niedersedlitz seit Anfang 1956 mit einer Blendeninnenauslösung für Objektive mit automatischer Springblende ausgestattet war, wurde diese jetzt auch in der Contax F / Pentacon F realisiert. Die Contax FB / Pentacon FB (ab Ende 1956) konnte zusätzlich mit einem ungekuppelten Belichtungsmesser aufwarten. Die erst ab 1958 angebotene Contax FM / Pentacon FM besaß im Gegensatz zum Grundmodell eine Bildfeldlinse mit Messkeilen. In der FBM (ab 1958) waren dann diese beiden Merkmale vereint. Auch in der DDR wurden ab 1959 schließlich die Kameras der F-Reihe als Pentacon und nicht mehr als Contax verkauft. |
|||
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
|
|
![]() |
|||
![]() |
|||
|
|
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||
|
Pentacon FM mit Flektogon 2,8/35 |
|||
![]() |
|||
![]() |
|||
|
|
![]() |
![]() |
|
|
|
Häufig existiert die Meinung, dass die Pentacon generell die Exportversion der Contax darstellt. Dies ist mindestens seit der Baureihe Contax F / Pentacon F falsch. Contax-Kameras durften nicht in den Westen geliefert werden, da dort die Bezeichnung Contax für die Zeiss Ikon AG Stuttgart geschützt war. Aus diesem Grund entstand zwar ursprünglich die Pentacon-Namensvariante, diese wurde aber bald nicht nur exportiert, sondern auch im Binnenhandel der DDR verkauft. Demgegenüber wurden Contax-Kameras auch in den gesamten Ostblock exportiert. Unterschiede bei der Firmensignet-Gravur auf der Prismenkappe sind bei allen Modellen erkennbar. So gibt es Kameras mit dem Zeiss Ikon Symbol mit und ohne VEB, andere mit dem Ernemannturm in unterschiedlicher Ausführung und manche Contax- / Pentacon-Kameras hatten auch keine Gravur auf der Prismenvorderseite aufzuweisen. In Dresden wurden auch zwei ganz spezielle Exportmodelle gefertigt, nämlich die ConSol und eine Pentacon noname (siehe Versionen der Contax D / Pentacon). Zusätzlich zu den oben genannten Typen gab es einige Exportmodelle mit geringen Stückzahlen unter den Namen HEXACON, ASTRAFLEX ‘35, Ritacon, SUPER-D, CAL-FLEX und VERIKON (siehe Teil 4), die aber erst beim jeweiligen Importeur mit neuen Schildern versehen wurden. Es existieren auch einige andersfarbig belederte und lackierte Einzelstücke. Die bei Hummel angegebenen Produktionszeiträume und Fertigungszahlen sollten immer nur als Anhaltspunkte betrachtet werden. Ähnlich wie bei der Aussage über 350 modifizierte Exakta 6x6 des Vorkriegsmodells im Jahr 1951, den Angaben zur Existenz von über 10.000 "Ur-Praktinas", zur Serienproduktion der Exa-Varex/Exa 0 ohne Trageösen und den Pentina-Kameras der angeblichen ersten Generation, sind auch hier Fehler bzw. Manipulationen nicht ausgeschlossen. Er geht aber davon aus, dass von 1949 bis 1951 etwa 26.300 Contax S der ersten Baureihe und von 1952 bis 1962 mehr als 160.000 Contax- / Pentacon- Spiegelreflexkameras der zweiten Baureihe entstanden sind. 1958 erfolgte die Umbenennung des VEB Zeiss Ikon Dresden in VEB Kinowerke Dresden und 1959 kam es zum Zusammenschluss des VEB Kinowerke, des VEB Kamera-Werke Niedersedlitz und drei weiterer Betriebe der Dresdner Fotoindustrie zum VEB Kamera- und Kinowerke Dresden. |
|||
|
|
|
VEB-Zeiss-Ikon-Firmenbezeichnung am Ernemanngebäude im Jahr 2008 |
|
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
Das wohl bekannteste und am häufigsten verkaufte Modell war die HEXACON, vertrieben von
„Peerless Camera Stores Inc., NY. Von dieser Kamera existieren zwei Ausführungen, nämlich mit großem Turmsymbol und ZI und mit gleichemTurmsymbol ohne Zusatzgravur. Da die hier abgebildete HEXACON mit ZI ein aufgeschraubtes und
damit abnehmbares Namensschild hat, läßt sich darunter der Namenszug Pentacon durch einige Buchstabenreste noch eindeutig erkennen. Auch die Existenz einer HEXACON als Ex-ConSol ist durch Fotos belegt. |
|
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
Anscheinend war die ASTRAFLEX ‘35 die Hausmarke von Sterling-Howard Camera, NY. Auch
hier zeigt eine Kamera unter dem abgeschraubten blanken (silbernen) Namensschild eindeutig erkennbar noch die frühere Bezeichnung ConSol, während eine weitere Kamera ein aufgenietetes Namensschild mit gleichem Schriftzug auf
leicht gelblichem Farbuntergrund zeigt. |
|
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
Zwei weitere selten anzutreffende Namensvarianten sind die SUPER-D und die CAL-FLEX, von beiden Modellen sind der Importeur bzw. Händler bisher noch unbekannt. Während die CAL-FLEX über dem aufgenieteten Namensschild das Turmsymbol mit ZI zeigt (also vermutlich eine Pentacon ist), gibt es die SUPER-D mit dem großen Turmsymbol mit und ohne ZI. Von einer anderen SUPER-D ist bekannt, dass nach Abnahme des Namensschildes eine Contax/Pentacon Noname zum Vorschein kam. |
|
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
Die VERIKON ist vermutlich von den abgebildeten Varianten die seltenste, Verkäufer war lt. „McKeown“ (97/98,S.359) die „Camera Speciality Co.“. Hier wie auch im „Kadlubek“ wird die VERIKON als Version der Pentacon F bezeichnet. Wie auf den Fotos zu sehen ist, handelt es sich allerdings eindeutig um eine Pentacon ZI, an Hand der Schriftreste und der noch fehlenden Blenden-Innenauslösung eindeutig zu identifizieren. |
|
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||||||
|
Fast alle diese Exportkameras wurden auf Druck der amerikanischen Zollbehörden mit dem weißen Stempel „GERMANY USSR OCCUPIED“ versehen, meist am Kameraboden, aber auch auf der Rückwand und sogar gelegentlich auf der frontseitigen Belederung. |
|
|
||||||||||||||||||||
|
|
Ausgewählte PhotoDeal-Artikel mit Bezug zur Dresdner Fotoindustrie wurden hier zusammengestellt. |
|
|
Ein Gesamtinhaltsverzeichnis aller PhotoDeal-Ausgaben mit Stichworten für eine Volltextsuche finden Sie hier. |
|
|
|
|
|
|
|
Diese Internetseite und alle zugehörigen Seiten unterliegen dem Urheberrecht. Keine Inhalte dieser Seiten dürfen ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der entsprechenden Autoren in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen verwendet werden. This page and all dependent pages are copyrighted. No contents of these pages may be reproduced in whole or in part without the express written permission of the copyright holders. |
||
|
. |
||